Geschichte der FF Planitz


1863
In diesem Jahr haben sich erstmals in Planitz Interessenten zusammengefunden, die gemeinsam gegen Feuer und andere Schadensereignisse vorgingen. Dies war damals die sogenannte Turnerfeuerwehr, welche vom damaligen Obergärtner Weiß aktionsfähig gestaltet wurde. Finanziell unterstützte die Herrschaft von Arnim die Anfänge dieser Wehr. Bis zur Gründung der FF bestand diese Organisation zur Lösch- und Rettungstätigkeit aus Einwohnern von Ober- und Niederplanitz, welche je nach ihren handwerklichen und sportlichen Fähigkeiten in einem bestimmten Arbeitsgebiet eingesetzt wurden. Aus nicht bekannten Gründen löste sich diese Turnerfeuerwehr 1866 wieder auf.

1883
Im Bedürfnis nach wirksamerem Schutz vor Bränden und den davon ausgehenden Gefahren hatte sich eine Interessengemeinschaft unter dem Gemeindevorstand Müller, dem Schuldirektor Schmidt aus Oberplanitz sowie dem Gemeindeältesten Winkler aus Niederplanitz herausgebildet. Die Organisatoren trafen sich damals zwecks der Besprechung zur Gründung der FF im “Bräutigams” Gasthof (ehem. Kulturhaus Planitz/lnn. Zwickauer Str./Schmiedsgasse) am 09. Dezember. Wochen vorher legte man schon Zeichnungslisten aus, um Unterschriften von den Personen zu sammeln, welche der FF beitreten wollten. Am 16. Dezember konnte der Versammlungsleiter, Gemeindevorstand Herr Müller, im damaligen “Zwickauer Wochenblatt” einladen, die Wahl eines Komitees vornehmen zu lassen, welches den Statutentwurf ausarbeiten und alle Vorbereitungen bis zur Dienstbarkeit der Wehr treffen sollten.

1884
In disem Jahr erfolgte die eigentliche und offizielle Gründung der FF Planitz. Am 30. März fanden sich nach erneuter Bekanntmachung im “Zwickauer Wochenblatt” 50 Personen zur Gründung der FF Planitz im Niederplanitzer Gasthof “Linde” ein. Zum Oberführer der gegründeten FF Planitz wurde der Gemeindevorstand Müller und zu dessen Stellvertreter der Standesbeamte Winkler, August gewählt. Ab dem 03. Mai 1884 diente das Gelände der ehemaligen Treibgärtnerei am Hammerwald als Übungsplatz. Am 26. Juni erhielten die Schneidermeister Möckel, Seifert, Baumann, Preusche und Wagner den Auftrag 5 Probejoppen – für die künftige Art der Uniform – zur Ansicht anzufertigen. Die erste “große” Bestellung von Ausrüstungsgegenständen für den persönlichen Schutz der Feuerwehrmänner erfolgte dann bereits am 28. Juni in Form von:

  • 2 Helmen
  • 1 Steigergurt aus Hanf mit vollständiger Steigerausrüstung
  • 1 Berliner Beil Und Achselstücke aus Wolle

1885
Die FF Planitz wird am 17. Juni 1885 in den Bezirksfeuerwehrverband bzw. in den sächsischen Landesfeuerwehrverband aufgenommen.

1889
Durch die Planitzer Herrschaft von Arnim wurde der FF Planitz ein Schlauchwagen geschenkt, womit sie die damals junge Wehr auf den höchsten technischen Ausrüstungsstand der ganzen Umgebung hob.

1891 bis 1905
Im Laufe dieser Jahre wurde durch weitere persönliche und technische Kleinausrüstungen der Ausrüstungsstand weiter vervollständigt. Das waren unter anderem sturmsichere Lampen, 4 Hakenleitern, 1 Rutschtuch, 60 Fackeln, 40 Laternen, 116 Helme aus Leder, 120 Joppen, 110 Blousons, 18 Steigergurte mit Karabiner, 16 Pioniergurte mit Karabiner, 86 Spritzenmannschaftsgurte, 5 Signalhörner, 2 Hupen, 28 Signalpfeifen, 18 Nothaken, 1 Feuerfahne, 1 Flagge für das Steigerhaus und 2 Verbandstaschen.

1906
In diesem Jahr erfolgte eine weitere Ergänzung mit technischen Feuerwehrgeräten, wie 2 Saug- und Druckspritzen, 12 Feuereimer, ca. 600 m Schlauchmaterial, 18 Schlauchbinden, 1 Steigerwagen mit 2 Schiebeleitern, 1 Ausstelleiter mit Unterstützungsstangen, 2 Ausstelleitern ohne Stangen.

1908
War ein weiterer Höhepunkt zur Erlangung eines hohen technischen Ausrüstungsstandes zur damaligen Zeit. So wurde in diesem Jahr 1 Gerätewagen, 1 Hydranten- und Schlauchwagen sowie eine Handdruckspritze für den Pferdezug mit Druckhebel und Windkessel an die FF Planitz neu übergeben. Die persönliche Ausrüstung eines Kameraden bestand zu diesem Zeitpunkt aus:

  • 1 Lederhelm
  • 1 dunkle oder helle Drill-Leinenjacke
  • 1 Lederkoppel oder Gurt
  • 1 Beil
  • 1 Signalpfeife (Zwei-Ton)
  • 1 x 15m Leine

Zur Unterbringung der inzwischen sehr umfangreichen feuerwehrtechnischen und persönlichen Ausrüstung bedurfte es schon zweier Gerätedepots. Das erste Spritzenhaus stand gegenüber der Oberplanitzer Apotheke und ein weiteres in der Herbartstraße. Der damals nebenan wohnende Fuhrunternehmer Wolf (gegenüber der Oberplanitzer Apotheke) hatte bei Feueralarm zwei Pferde für den Zug der Handdruckspritze zu stellen. Das ehemalige Planitzer Elektrizitätswerk in der Pestalozzistraße 01 wurde erst 1927 zum Feuerwehrdepot umfunktioniert.

1923
Am 01. Juli wurde aus Ober- und Niederplanitz eine gemeinsame Gemeinde gebildet.

1924
Planitz, “das größte Dorf in Sachsen”, erhielt das Stadtrecht. Die Verbundenheit der Planitzer FF und deren Kameraden mit ihrer Stadt, zeigte sich unter anderem in der Verwendung des Planitzer Wappens (bestehend aus Hammer, Schlegel, Rechen und Bienenkorb) auf Dokumenten, Urkunden, dem Uniformrock sowie einer Feuerwehr-Fahne.

1927
Am 26. Mai war einer der besonderen Höhepunkte in der Geschichte der FF Planitz. Zur Einweihung des Feuerwehrdepots in der Pestalozzistraße 01 (dieses Objekt von 1898 diente bisher als Elektrizitätswerk) rollte gleichzeitig die erste Automobilmotorspritze vom Typ “MAGIRUS” an und wurde hier in Planitz stationiert. Diese Automobilmotorspritze war zu dieser Zeit in der ganzen Umgebung das modernste Löschfahrzeug.
Bei diesem Löschfahrzeug handelte es sich um ein Fahrzeug in offener Bauweise und einem 4-Zylinder-Motor mit 45 PS, die Motorspritze war mit einem Viertakt-Ottomotor 25 PS ausgestattet und hatte eine Pumpenleitung von 1500 Liter/Minute. Die Mitgliederzahl war in den Jahren auf 113 angewachsen.

1928
Bei einer Vielzahl von Schadensfeuern zeigte sich, daß immer öfters Probleme bei der Löschwasserversorgung auftraten. In Kenntnis dieser Sachlage wurde daraufhin der Wehr durch die Stadt ein Sprengwagen mit 6000 Liter Wasserinhalt und einer eingebauten Druckpumpe mit 2000 Liter Förderleistung/Minute zur Verfügung gestellt.

1930
Am 23. März erfolgte die Weihe des neu erbauten Steigerhauses an der “Schäferei” in der Nähe des Geleitsteiches (Stenner Str./Gartenanlage “Schäferei”). Dieser Übungsturm diente der Durchführung von Leiter-, Abseil- und anderen Übungen.

1931 bis 1943
Zur Erhöhung der Wirksamkeit der FF Planitz bei der Brandbekämpfung und anderen Schadensereignissen wurde in diesem Zeitraum weitere Feuerwehrtechnik zugeführt. Durch die Stadt Planitz wurde beschafft:

  • 1 Opel Lastwagen mit Motorpumpe “Siegerin”, Förderleistung 800 Liter/Minute
  • 1 Audi 7-Sitzer Kommandowagen,
  • 1 Löschfahrzeug LF 15 Mercedes-Benz (Bj. 1939) mit Vorbaupumpe, Förderleistung 1500 Liter/Minute
  • 1 Löschfahrzeug LF 25 Mercedes-Benz (Bj. 1943) mit Metz-Aufbau und Vorbaupumpe, Förderleistung 2500 Liter/Minute

In diesem Zeitraum, insbesondere ab 1933, begann ein weniger berühmtes Kapitel in der Geschichte der FF. Zu dieser Zeit wurden die Wehrleute für den Kriegsfall ausgebildet. Ab 1940 wurden Bürger von Planitz zum Pflichtdienst (Pflichtfeuerwehr) einberufen und in die FF Planitz integriert.

1944
Am 01. Januar wird Planitz zur Stadt Zwickau eingemeindet.

1948
Infolge des 2. Weltkrieges und der damit einhergegangenen Dezimierung von Löschtechnik im Land Sachsen, wurden die beiden Mercedes-Benz Löschfahrzeuge (entgegen den Auffassungen der noch vorhandenen Kameraden – das Sagen hatte die Stadt Zwickau) abgezogen. Die FF Planitz bestand daraufhin nur noch aus wenigen aktiven Kameraden ohne wirksame und brauchbare Feuerlöschtechnik. Aus gegebener Veranlassung wurde durch die Berufsfeuerwehr der Stadt Zwickau im Feuerwehrdepot Planitz die Kdo. Stelle I eingerichtet, wobei eine gewisse Verdrängung der verbliebenen Kameraden der FF die Folge gewesen ist.

1954
Es war der Neubeginn zur Stabilisierung des Personalbestandes und der Gewinnung von neuen Mitgliedern in der FFW Planitz. Durch persönliches Engagement der verbliebenen Kameraden wurde aus Schrotteilen sowie aus einem Anhängergestell ein Schlauch – Handzugwagen gebaut. Die Bestückung mit Schlauchmaterial, Verteilungsstück, Standrohr und Strahlrohr ermöglichte die Durchführung der Brandbekämpfung bei kleineren Bränden in unmittelbarer Umgebung des Feuerwehrgerätehauses.

1955
Bis zu diesem Zeitpunkt diente das Feuerwehrdepot der FFW Planitz als Kdo. Stelle I der Berufsfeuerwehr und war ständig mit einer Tanklöschfahrzeugbesatzung besetzt. Im gleichen Jahr übergab die Berufsfeuerwehr der Stadt Zwickau das Depot wieder zur alleinigen Nutzung an die FFW. Durch das Drängen der neuen Wehrleitung gelang es, mit Unterstützung des Rates der Stadt Zwickau/Abt. Inneres, vom Schrottplatz des “Horch” Automobilwerkes Zwickau, einen völlig demontierten 8-Zylinder-Horch-PKW zu erstehen. In 504 Arbeitsstunden wurde der “Horch” als offenes Zug- und Mannschaftsfahrzeug durch die Kameraden:

  • Langhammer, Siegfried
  • Neubert, Karl und
  • Weidl, Giselbert

in Eigenleistung aufgebaut.

Mit diesem Fahrzeug war die FFW erstmals wieder in der Lage, im gesamten Territorium von Planitz mit ihrer Löschtechnik (ein gebrauchter Tragkraftspritzenanhänger TSA-TS8 stand Zwischenzeitlich zur Verfügung) bei Bedarf wirksam zu werden.

1958
Die Anzahl der Mitglieder war zwischenzeitlich wieder auf 35 Kameraden gestiegen und der Ausbildungsstand konnte mit Unterstützung der Berufsfeuerwehr Zwickau weiter verbessert werden. Über das damalige Versorgungskontor für Maschinenbauerzeugnisse gelang es durch die Bemühungen des Stellvertreters für Inneres beim Rat der Stadt Zwickau, Herrn Erlch Heidler, einen ausgesonderten Wismut-Bus vom Typ SIS käuflich zu erwerben. Erneut wurde durch aktive Kameraden in vielen Stunden der Freizeit dieser Wismut-Bus zu einem ungenormten Löschfahrzeug als ULF-TS8 umgebaut und hergerichtet.
Dieses ULF-TS8 hatte nun den Vorteil, dass eine umfangreichere feuerwehrtechnische Bestückung mitgeführt werden konnte und die ausrückenden Kameraden ein “Dach” über dem Kopf hatten. Der Nachteil zeigte sich allerdings in einem Kraftstoffverbrauch von mehr als 50 Liter/100 km. Das offene 8-Zylinder- Horch-Mannschaftszugfahrzeug wurde durch den Rat der Stadt Zwickau der FFW Oberhohndorf zugeführt. Leider konnte dieses Fahrzeug, aus Kurzsichtigkeit der damaligen Verantwortlichen, als Oldtimer für die FFW Planitz nicht erhalten werden.

1959 bis 1966
Die FFW Planitz hat, bezüglich des Personalstandes, positive Entwicklung genommen. Bei Einsätzen im Zusammenwirken mit dem Kdo. Feuerwehr hat sie sich als zuverlässig erwiesen und war stets auf der Höhe ihrer Aufgaben zum Schutz von Leben und Gesundheit ihrer Bürger, dem persönlichen und gesellschaftlichen Eigentum. Im Rahmen feuerwehrsportlicher Wettkämpfe auf Kreisebene konnten mehrmals erste Plätze errungen werden. Ein Novum in dieser Zeit war die Aufnahme von Frauen und Mädchen (1960) als Mitglied in die FFW Planitz. Als eine der ersten FFW des Kreises stellte sie eine Frauenmannschaft bei der Teilnahme im Feuerwehrkampfsport. Der Einsatz der weiblichen Mitglieder erfolgte vorwiegend bei der Durchführung vorbeugender Kontrollen im Brandschutz zur Feststellung und Beseitigung von Brandschutzmängeln. Ende der 60er Jahre war eine zusätzliche Nutzung der an der westlichen Seite des Gerätehauses noch vorhandenen Garagenstellplätze vorgesehen, unmittelbar vor Nutzungsbeginn durch die FFW Planitz hatte sich kurzerhand die in der DDR bestehende Zivilverteidigung “eingenistet”. Proteste halfen nicht, die FFW war diesem Kräftemessen unterlegen.

1967
Es war ein besonderes Jahr für die Mitglieder der FFW Planitz, da endlich ein “richtiges” Löschfahrzeug, welches vom damaligen Ausbildungskommando der Feuerwehr in Borna abgesetzt wurde, übergeben werden konnte. Es handelte sich hierbei um ein genormtes Löschgruppenfahrzeug LF – LKW – TS8 – STA auf dem Fahrgestell Garant K30. Das bis dahin genutzte und ungenormte Löschfahrzeug ULF-TS8 (Wismut- Bus) erhielt der Landkreis Zwickau für die FFW Kirchberg. Durch zielgerichtete Aus- und Fortbildungsmaßnahmen, insbesondere auf dem Gebiet des Atemschutzes konnte die Schlagkraft der FFW Planitz weiter erhöht werden, da man jetzt mit den auf diesem Löschfahrzeug vorhandenen Sauerstoff-Kreislaufgeräten auch in der Lage war eine noch wirksamere Brandbekämpfung durchzuführen und Leben sowie Gesundheit der Einsatzkräfte besser geschützt war.

1972
Am 28. April wurde der Grundstein für ein Planitzer Neubaugebiet gelegt. Es entstanden 8.475 Wohnungen für etwa weitere 24.000 Einwohner. Die Erweiterung des Ausrückebereiches der FFW war die Folge und es bedurfte der weiteren Zuführung von Feuerwehrtechnik, insbesondere eines neuen Löschgruppenfahrzeuges und eines Tanklöschfahrzeuges. Die “Planung” war auf dem Papier perfekt, die finanziellen Mittel durchaus vorhanden, aber die materiellen Möglichkeiten nicht gegeben.

1974
In Erkenntnis der Notwendigkeit zur ständigen Sicherung des Personal- und Kaderbestandes der FFW wird, nach schon vorangegangenen Versuchen, eine Arbeitsgemeinschaft “Junge Brandschutzhelfer” gebildet. Die Mitgliederstärke betrug 10 bis 15 Schüler im Alter von 8 bis 14 Jahre unter Leitung des Kameraden Radecker, Edgar hatte die Arbeitsgemeinschaft über viele Jahre Bestand und half den Personalbestand der FFW stabil zu halten.
Mitte der 70er Jahre hielt die erste UKW- Funktechnik Einzug. Das Löschfahrzeug wurde mit einem mobilen UKW- Verkehrsfunkgeräte (USE 600) ausgestattet. Die erste Generation von Funkalarmempfängern UFT 212 für 10 Kameraden konnten ausgehändigt werden. Eine kombinierte Alarmierung über UKW-Funkalarmempfänger und Sirene war möglich geworden und eine Verkürzung der Ausrückezeit von weniger als 5 Minuten Realität geworden. Eine Ergänzung mit 3 Handsprechfunkgeräten folgte.

1978
Erst 33 Jahre nach Kriegsende und 29 Jahre nach Gründung der ehemaligen DDR erhält im September die FFW Planitz über dem Rat der Stadt Zwickau ein fabrikneues Löschgruppenfahrzeug vom Typ LF8-TS8-STA auf einem allradgetriebenen ROBUR-Fahrgestell (LO 2002 A).
Dieses Löschfahrzeug war speziell für freiwillige Feuerwehren in der DDR konzipiert. Das LF8-TS8-STA verfügt über eine eingebaute Vorbau-Feuerlöschkreiselpumpe (FPV 8/8) mit einer Förderleistung von 800 Liter/Minute. Intensive Ausbildungsmaßnahmen führten dazu, dass in kürzester Zeit sich die Kameraden mit der neuen Technik vertraut machten und diese effektiv einsetzen konnten. Ein Zuwachs an persönlicher Einsatzbereitschaft der Kameraden und Erhöhung der Wirksamkeit der FFW war nicht von der Hand zu weisen. Dieses Löschfahrzeug gehört heute noch zum Bestand der FFW. Mit der Neuzuführung des LF8-TS8-STA an die FFW Planitz wurde das LF-LKW-TS8-STA vom Typ K 30 der FFW Oberhohndorf zur Verfügung gestellt.

1984
Die FFW Planitz begeht in Form eines internen Festtages im März ihr 100jähriges Bestehen. Am Wochenende des 01.06. bis 03.06.84 präsentiert sich die FFW Planitz im Rahmen ihres 100jähriges Bestehens in der Öffentlichkeit. Vor den Einwohnern und Gästen im Stadtteil Planitz wurde eine Schauübung an der Goetheschule sowie eine umfangreiche Ausstellung historischer un neuzeitlicher Feuerlöschtechnik auf dem Gelände der Gartenanlage “Heimattreue” durchgeführt. Dank des Engagements und Organisationstalentes der Kameradinnen und Kameraden mit ihrer Wehrleitung, der Unterstützung durch das Kdo. Feuerwehr Zwickau, der FFW Sachsenring, der FFW Lichtentanne. und der FFW Wiesenburg sowie dem damaligen Rat der Stadt, Abt. Inneres einschließlich dem Vorstand der Gartenanlage wurden diese Jubiläumsfeierlichkeiten zu einem echten Höhepunkt. Überzeugend wurde der Bevölkerung das humanistische und gemeinnützige Anliegen der Feuerwehr nahegebracht.

1990
Mit dem Jahr der Wende und dem Zusammenbruch der Gesellschaft der DDR sowie der gewonnenen Freiheit gab es neue Hoffnungen und Vorstellungen bei allen Kameraden der FF. Alle Feuerwehren des Stadtkreises Zwickau wurden zu einer Feuerwehr (Berufsfeuerwehr und freiwillige Feuerwehren) zusammengeführt, wobei die Eigenständigkeit der freiwilligen Feuerwehren und ihrer Geschichte sowie Tradition gewahrt werden soll. Mit Genugtuung erfüllten die Kameraden und deren Leitung die Tatsache, dass der Technikbestand der ehemaligen Zivilverteidigung der DDR aus den Garagenstandplätzen des Feuerwehrgerätehauses entfernt wurde und die FF Planitz endlich alleiniger Nutzer ihres Gerätehauses wurde. In Eigeninitiative waren Renovierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen angelaufen. Mit Übernahme bundesdeutscher Normen und Richtlinien erfolgte auch eine Erweiterung der AufgabensteIlung für die Feuerwehr im abwehrenden Brandschutz und bei den Hilfeleistungen. Neben eigenen Aktivitäten aller Kameraden der FF zur Bewältigung dieser Aufgabenstellung, gab es nach der Wende eine sofortige Kontaktaufnahme mit einer FF aus einem alten Bundesland. Nicht Zufällig wurde die Partnerstadt von Zwickau, Dortmund ausgewählt. Am 26.05.90 erfolgte ein Besuch von Leitungskräften der FF Dortmund-Mitte, Löschzug 10 bei den Kameraden der FF Planitz. Gegenbesuche folgten. Unterstützung gewährte uns die FF DO.-Mitte im Umgang mit der neuen Demokratie in unserer FF sowie der Bildung und Arbeitsweise einer Jugendfeuerwehr nach bundesdeutschen Gegebenheiten und der freundlichen, unentgeltlichen Bereitstellung von PC-Software zur Bewältigung der gestiegenen, umfangreicheren Verwaltungsaufgaben. Feste, freundschaftliche und von Kameradschaft geprägte Verbindungen sind entstanden. Erfreulicherweise hat die FF Planitz, im Gegensatz zu den anderen FF, die Wendezeit mit Bravour gemeistert, obwohl nicht wenige Probleme anstanden und noch anstehen. Entgegen von Befürchtungen ist kein Mitgliederschwund, sondern eine Stabilisierung und Erhöhung der Mitgliederzahl eingetreten.

Die Aufgaben der Feuerwehr, enthalten im § 7 des “Gesetzes über den Brandschutz und die Hilfeleistung der Feuerwehren bei Unglücksfällen und Notständen im Freistaat Sachsen” vom 02. Juli 1991, sind:

  • der Schutz von Menschen, Tieren und Sachwerten vor Bränden
  • die wirksame Bekämpfung von Bränden
  • die Hilfeleistung bei Unglücksfällen sowie Notständen und
  • die Leistung technischer Hilfe bei der Bekämpfung von Katastrophen, im Rahmen des
    Rettungsdienstes und bei der Beseitigung von Umweltgefahren.

Um dieser Aufgabensteilung im Stadtteil Planitz (Ober-, Nieder- und Neuplanitz) mit allein ca. 45.000 Einwohnern gerecht zu werden, war eine neue Fahrzeugperspektivplanung erforderlich, da mit der gegenwärtigen materiellen Basis (unter Beachtung der Aufgabensteilung und der zahlenmäßig zunehmenden Einsätze, des Baujahres der Fahrzeuge und deren Bestückung einschließlich der gestiegenen Reparaturanfälligkeit und die damit in Verbindung stehenden Probleme der Ersatzteilbeschaffung) diese Aufgabensteilung nicht erfüllt werden kann. Dabei ist vorgesehen die FF Planitz zur Brandbekämpfung mit einem kompletten Löschzug, bestehend aus:

  • 1 Einsatzleitwagen ELW 1
  • 1 Löschgruppenfahrzeug LF 16/12
  • 1 Tanklöschfahrzeug TLF 167/25
  • 1 Drehleiter DLK 23/12
  • 1 Rüstwagen RW1 zur technischen Hilfeleistung

1991
Am 18.02.91 erfolgte die Gründung einer Jugendfeuerwehr mit 7 Mitgliedern unter Leitung des Jugendfeuerwehrwartes Kamerad Zindler, Wolfgang mit der Maßgabe einer sinnvollen, gemeinnützigen Tätigkeit von Jugendlichen in ihrer Freizeit und damit zur kontinuierlichen Nachwuchsgewinnung für die FF. Die Mitgliederstärke der Jugendfeuerwehr ist dabei gegenwärtig auf 19 angewachsen. Infolge des Niederganges vieler Industriebetriebe, verbunden mit der Auflösung betrieblicher Feuerwehren, ergibt sich die Möglichkeit des Erwerbes eines Tanklöschfahrzeuges von der Steinkohlenkokerei Zwickau für die Berufsfeuerwehr der Stadt Zwickau. Daraufhin war es möglich, der FF Planitz aus dem Bestand der Berufsfeuerwehr Zwickau, ein all rad getriebenes Tanklöschfahrzeug mit Heckpumpe TLF 16 GMK, Baujahr 9/1985 vom Typ W 50 LA am 02.12.91 durch das Amt für Brand-, Katastrophenschutz und Rettungsdienst zu übergeben. Die Einsatzfristen, insbesondere vom Eintreffen der FF am Einsatzort bis zum Beginn des Löschangriffes, konnten mit der Übergabe des TLF wesentlich verkürzt werden. Ein echter und sichtbarer Fortschritt in der Wirksamkeit der FF Planitz bei Brandeinsätzen war zu verzeichnen, was sich bei der steigenden Einsatzfrequenz vorteilhaft zur Minderung der Brandschäden auswirkte. Die Bereitstellung von Fördermitteln erlaubte die Ausstattung aller aktiven Mitglieder mit normgerechter und neuer persönlicher Ausrüstung.

1992
Der Feuerwehrverband der Stadt Zwickau e. V. wird am 24. Januar gegründet und die FF Planitz ist diesem beigetreten. Durch Bereitstellung finanzieller Mittel des Bundes werden dem Amt für Brand-, Katastrophenschutz und Rettungsdienst zwei Löschgruppenfahrzeuge vom Typ LF 16-TS (KatS) Mercedes, Baujahr 1990 mit einer Ziegler Frontpumpe und Lentner Aufbau für den Katastrophenschutz zugeführt Am 21. Mai wird eines dieser Fahrzeuge der FF Planitz, welches von der feuerwehrtechnischen Bestückung her lediglich den Bedürfnissen des Katastrophenschutzes gerecht wird, zur Nutzung übergeben.
Weitere Verbesserungen in der Alarmierung treten ein. Eine funktechnische Ansteuerung der bei den Sirenen wurde realisiert und 10 “Motorola” Melde- und Alarmempfänger (Piepser) werden der FF Planitz zur Verfügung gestellt. Durch eine differenzierte Aushändigung der “Piepser”, insbesondere an Kameraden, welche ihren Wohnort nicht unmittelbar am Feuerwehrgerätehaus haben, wurde es möglich, die Ausrückezeit weiter zu unterbieten. Nach 2,5 bis 3 Minuten rücken die Kameraden der FF heute mit ihrer Technik zu den Einsatzarten aus und sind damit die ersten Kräfte und Mittel der Feuerwehr die im Stadtteil Planitz vor Ort eintreffen, was ihnen in der Öffentlichkeit auch Anerkennung einbrachte.
Im September ’92 war sie da, die 800 – Jahrfeier von Planitz. Und wie konnte es auch nicht anders sein, mit persönlicher Einsatzbereitschaft aller Kameraden wurde zum Gelingen der Festwoche vom O5. bis 13. September beigetragen. Ein Festzeit auf dem Feuerwehr-Übungsplatz am Strandbad diente der kulturellen Umrahmung. Präsent wurde die FF Planitz am O5.09.92 bei einer Schauübung auf dem Gelände der Gartenanlage “Heimattreue” und zeigte hier ihr Können bei einer Brandbekämpfung. Höhepunkt war dabei der Festumzug am 12.09.93 unter dem Zeichen des Planitzer Wappens, wo der FF Planitz die Ehre zuteil wurde, ein eigenes Bild über die Entwicklung ihrer Feuerwehr von der Gründung bis zur Gegenwart zu gestalten, was durch Beifall aller zuschauenden Planitzer und ihrer Gäste honoriert wurde.
Die Jahre ’92, ’93 brachten für die Kameraden der FF Planitz einen drastischen Anstieg von Einsätzen. lnsgesamt wurden die Kameraden zu 54 Brand- und Hilfeleistungseinsätzen gerufen. Probleme bereiteten viele Arbeitgeber in der Unterstützung der Kameraden für ihre Selbstverständlichkeit ehrenamtliche und gemeinnützige Arbeit zu leisten. Notwendigen Fortbildungsmaßnahmen auf feuerwehrspezifischen Gebieten stehen die Kameraden aufgeschlossen gegenüber, fürchten dabei aber Maßnahmen ihres Arbeitgebers hinsichtlich des Arbeitsplatzes.

Quelle: Festschrift 110 Jahre Planitzer Feuerwehr (Stand: 1994)